
Autor: RMTC - Ingenieurbüro, Roland Moos
Kapazitätsbedarf von Voice over IP
Inhalt:
Vorbemerkung
Mit zu den derzeit aktuellsten Themen der Netzwerk-Branche gehört die
Sprachübertragung über IP-Netze, Voice over IP (VoIP) genannt. Dabei
stellt sich immer wieder die Frage, welche Kapazitätsanforderung eine
solche paketorientierte Sprachverbindung an ein Datennetz stellt, denn bei
Voice over IP werden Sprach- und Datenpakete im Mix betrieben.
Beispielsweise könnte eine Filiale einer Bank über eine 64 kbit/s Leitung
an eine Zentrale angebunden sein. Lassen sich hierüber sowohl Sprache als
auch Daten übertragen? Wie groß ist der Kapazitätsbedarf einer
VoIP-Verbindung? In Privathaushalten wählen sich die große Mehrzahl immer
noch mit Modem/ISDN ins Internet ein, auch wenn die Zahl der
DSL-Anschlüsse ständig zunimmt. Auch hier stehen nicht mehr als 64 kbit/s
(theoretisch) zur Verfügung. Erst mit DSL-Anschlüssen wird dies besser,
aber sie funktionieren meist asynchron, stellen Downstream z.B. 1.024
kbit/s bereit, aber Upstream nur 128 kbit/s. Reicht das für VoIP aus?
Es sei gleich vorweggenommen: VoIP stellt in Bezug auf seinen
Kapazitätsbedarf nicht die Killer-Applikation in Datennetzen dar, auch
nicht, wenn von „Echtzeit-Anwendung“ die Rede ist. Die Einweglaufzeit
(engl. „Delay“ oder „Latency“) ist auch nicht das Key-Kriterium. Bei
Sprach- und Videoübertragung in Datennetzen kommt es primär auf den
„Jitter“ an, also eine konstante Verzögerung ist gefragt, die in ihrem
Absolutwert aber weit über den Verzögerungen von Datenbank- oder
FTP-Anwendungen liegen darf. Vor diesem Hintergrund sind Diskussionen über
„Quality of Service“ (QoS) zu sehen. Der Kapazitätsbedarf als QoS-Kriterium
wird erst für Privathaushalte wichtig, nicht aber für Firmen die 100/1.000
Mbit/s LANs betreiben.
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