Heute ist Sonntag, der 01. August 2010




Autor:
RMTC - Ingenieurbüro,
Roland Moos

Kapazitätsbedarf von Voice over IP

 

Inhalt:

Vorbemerkung

Mit zu den derzeit aktuellsten Themen der Netzwerk-Branche gehört die Sprachübertragung über IP-Netze, Voice over IP (VoIP) genannt. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, welche Kapazitätsanforderung eine solche paketorientierte Sprachverbindung an ein Datennetz stellt, denn bei Voice over IP werden Sprach- und Datenpakete im Mix betrieben. Beispielsweise könnte eine Filiale einer Bank über eine 64 kbit/s Leitung an eine Zentrale angebunden sein. Lassen sich hierüber sowohl Sprache als auch Daten übertragen? Wie groß ist der Kapazitätsbedarf einer VoIP-Verbindung? In Privathaushalten wählen sich die große Mehrzahl immer noch mit Modem/ISDN ins Internet ein, auch wenn die Zahl der DSL-Anschlüsse ständig zunimmt. Auch hier stehen nicht mehr als 64 kbit/s (theoretisch) zur Verfügung. Erst mit DSL-Anschlüssen wird dies besser, aber sie funktionieren meist asynchron, stellen Downstream z.B. 1.024 kbit/s bereit, aber Upstream nur 128 kbit/s. Reicht das für VoIP aus?

 

Es sei gleich vorweggenommen: VoIP stellt in Bezug auf seinen Kapazitätsbedarf nicht die Killer-Applikation in Datennetzen dar, auch nicht, wenn von „Echtzeit-Anwendung“ die Rede ist. Die Einweglaufzeit (engl. „Delay“ oder „Latency“) ist auch nicht das Key-Kriterium. Bei Sprach- und Videoübertragung in Datennetzen kommt es primär auf den „Jitter“ an, also eine konstante Verzögerung ist gefragt, die in ihrem Absolutwert aber weit über den Verzögerungen von Datenbank- oder FTP-Anwendungen liegen darf. Vor diesem Hintergrund sind Diskussionen über „Quality of Service“ (QoS) zu sehen. Der Kapazitätsbedarf als QoS-Kriterium wird erst für Privathaushalte wichtig, nicht aber für Firmen die 100/1.000 Mbit/s LANs betreiben.

Inhalt:

Pfeil

©2008, VoIP-Info.de