Heute ist Sonntag, der 01. August 2010




Autor: Roland Moos,
RMTC Ingenieurbüro

Die ALKON Handels GmbH aus Hamburg telefoniert nun mit VoIP

 

Anfang Mai 2006 kam ALKON Geschäftsführer Klaus-Werner Brommelsiek auf uns zu und bat um Unterstützung in Sachen VoIP.

ALKON mietete über 10 Jahre von der Deutschen Telekom AG eine kleine Telefonanlage mit 4 Telefonen und musste dafür 69 Euro monatlich berappen. Den ISDN-Mehrgeräteanschluss und der DSL 2000-Anschluss kommen beide von Hansenet. Mit Telefon Deutschland-Flat und Internet-Flat ausgestattet betragen die Gebühren an Hansenet monatlich 79 Euro. Parallel zur Telefonverkabelung setzt ALKON einen DSL-Router ein und auch einen 8-Port Ethernet-Switch, um die PCs im Büro zu vernetzen. Da Hansenet über ISDN kein Call-by-Call erlaubt und die Tarife für internationale Gespräche nach z.B. Asien sehr hoch sind (Indonesien als Beispiel kostet 50 Cent/Minute), plante ALKON VoIP einzusetzen.

Abbildung 1: Vorhandene Lösung

Zunächst musste, wie schon gesagt, etwas Aufklärungsarbeit betrieben werden. ALKONs einzige Erfahrung mit VoIP betraf die Software Skype, also das kostenlose Telefonieren vom PC aus mit Headset, sowie Skype-Out für einige internationalen Tarife im PrePaid-Verfahren. Deshalb suchte man auch zunächst „einen ATA für Skype“, was etwas erklärungsbedürftig war.

ALKON hatte sich bereits für eine neue Telefonanlage mit der Auerswald 2204 USB für ca. 160 Euro entschieden. Also musste diese lediglich noch an das Internet angebunden werden. Dazu empfahlen wir die FRITZ!Box Fon WLAN 7170 für weitere rund 160 Euro. Natürlich hätte man das Ganze auch mit einer Asterisk-Lösung realisieren können, allerdings gab es keinen freien Rechner und auch keinen Systemspezialisten in Sachen Linux, deshalb wurde auf SoHo-Produkte mit leichter Administrierbarkeit zurück gegriffen.

 

Die FRITZ!Box Fon bietet als integrierter WLAN-DSL-Router mit DSL-Modem nicht nur alles in einem Gerät, sondern den zusätzlichen Vorteil, dass sowohl zur Hansenet ein ISDN-Port zur Verfügung steht wie auch zur Auerswald Telefonanlage. Damit fungiert die FRITZ!Box Fon auch als Gateway. Über den Wählplan der FRITZ!Box wird dann ziel- und länderspezifisch zum Festnetz oder zum Internet geroutet, was sehr fein eingestellt werden kann.

Abbildung 2: Neue Lösung

Als VoIP Anbieter entschied man sich zunächst für Sipgate. Sipgate ist Deutschlands erster und bekanntester VoIP-Anbieter und plant gerade neue Tarife wie auch ein PostPaid-Konto einzuführen, also die Rechnungsstellung an den Kunden. Aber selbst das ist für die FRITZ!Box Fon kein Problem, denn es können auch mehrere VoIP-Anbieter in der FRITZ!Box Fon hinterlegt werden, solange die Auerswald die richtige Nummer sendet. So kann jetzt in die Mobilfunknetze für 16,9 anstelle 19 Cent/Minute telefoniert werden und ein Gespräch nach Indonesien kostet nur noch 11 Cent/Minute, also 78% Einsparung für dieses genannte Ziel.

Einziger offensichtlicher Nachteil dieser Lösung: Die FRITZ!Box sendet abgehend immer die VoIP-Rufnummer, wenn über das Internet telefoniert wird und nicht die ISDN-Hauptrufnummer von ALKON. Ankommend bleibt die ALKON aber über ihre Hauptrufnummer und ISDN weltweit für seine Kunden erreichbar, zusätzlich aber auch unter der neuen VoIP-Rufnummer.

Als Voraussetzung für diese Lösung mussten mehrere Dinge gegeben sein: Hansenet musste einen ISDN-Mehrgerätenschluss bereitgestellt haben, weil die FRITZ!Box keinen Anlagenanschluss zum Festnetz wie auch zur Auerswald unterstützt. Dies war aber der Fall. Außerdem musste bei Hansenet sichergestellt sein, dass bei DSL das Protokoll 1 TR 112 UR 2 anstelle UR 1 unterstützt wird.

Die Lösung wurde dann komplett am 21. Mai 2006 installiert, so dass sie zum Wochenanfang genutzt werden konnte.

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