Heute ist Sonntag, der 01. August 2010




Autor: Telindus GmbH

VoIP über Kabelnetze

 

1 Einleitung

Kabelnetzbetreiber (Cable Television, CATV) arbeiten eifrig am Ausbau und der Optimierung ihrer Netzwerke, um High-Speed Internetzugang bereitstellen zu können. Noch intensiver arbeiten sie jedoch daran, integrierte Internet- und Sprachdienste auf dem gleichen Netz anzubieten, um sich von Wettbewerbern im Bereich Internetzugang zu unterscheiden und weitere Einnahmequellen erschließen zu können.

Kabelbasierende IP Telephonie fällt unter den Begriff Voice over IP (VoIP), da sich Kabelnetzbetreiber den gleichen Herausforderungen stellen müssen, wie Telekomprovider, die Sprache über ATM (VoATM) oder Frame-Relay Netzwerke anbieten möchten. Mit einem großen Unterschied. ATM und Frame-Relay Techniken zielen auf den Enterprisemarkt, die Entscheidungen für oder wider der einen oder anderen Technik werden aus ökonomischen Gesichtspunkten entschieden. Die Investitionen müssen sich in einer bestimmten Zeit amortisieren. Unternehmen entscheiden sich für Voice over IP, da es Kostenvorteile bei den Betriebskosten verspricht und bei der Beschleunigung von Arbeitsabläufen behilflich ist. Telefonie wird mit dem Ziel in das eigene Netz integrieren, eine Unified Messaging Umgebung zu schaffen, d.h. das alle Kommunikationen (Email, Fax, Sprachnachricht) in einem Arbeitsmittel, z.B. Outlook, zusammenlaufen und bearbeiten lassen. Voice over Cable Networks (VoCable) zielt auf Privathaushalte, für die das Telefonieren einen ganz anderen Stellenwert hat. Das Telefon dient der Kommunikation, z.B. um sich zu verabreden und es dient als Notfallschnittstelle. Für den ersten Punkt ist für den Anwender die Qualität entscheidend. Er wird keine anderen Maßstäbe, als die des bekannten Telefonnetzes (PSTN, Public Switched Telefone Network) akzeptieren - keine Zeitverzögerung bis er wählen kann, kein Rauschen während des Gespräches. Für den Notfall ist die Verfügbarkeit das Maß aller Dinge, wenn die Küche brennt muss sofort die Feuerwehr gerufen werden können. Durch moderne digitale Netze haben Endanwender einen sehr hohen Anspruch an Verfügbarkeit und Qualität.

Nach Öffnung des Telefonmarktes in Deutschland sind die Einsparungen bei den Telefongebühren kein ausschlaggebendes Kriterium mehr. Unternehmen sparen vor allem durch den Wegfall einer zweiten Verkabelung für die Telefonie und dessen Betriebskosten. Aber was ist der Anreiz für Privatpersonen den Telefonanschluss an den Fernseh- oder Internetprovider zu geben? Es kann nur funktionieren, wenn ein Gesamtpaket aus TV, Video, Internet und Telefon günstiger als der Einzelbezug ist. Hier ist der entscheidende Vorteil der Kabelnetzbetreiber. Zur Zeit sind sie die Einzigen, die ein Paket aus allen Medien schnüren können.

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