
Autor: Telindus GmbH

VoIP über Kabelnetze
1 Einleitung
Kabelnetzbetreiber (Cable Television, CATV) arbeiten eifrig am Ausbau und
der Optimierung ihrer
Netzwerke, um High-Speed Internetzugang bereitstellen zu können. Noch
intensiver arbeiten sie
jedoch daran, integrierte Internet- und Sprachdienste auf dem gleichen
Netz anzubieten, um sich von
Wettbewerbern im Bereich Internetzugang zu unterscheiden und weitere
Einnahmequellen erschließen zu
können.
Kabelbasierende IP Telephonie fällt unter den Begriff Voice over IP
(VoIP), da sich
Kabelnetzbetreiber den gleichen Herausforderungen stellen müssen, wie
Telekomprovider, die Sprache
über ATM (VoATM) oder Frame-Relay Netzwerke anbieten möchten. Mit einem
großen Unterschied. ATM und
Frame-Relay Techniken zielen auf den Enterprisemarkt, die Entscheidungen
für oder wider der einen
oder anderen Technik werden aus ökonomischen Gesichtspunkten entschieden.
Die Investitionen müssen
sich in einer bestimmten Zeit amortisieren. Unternehmen entscheiden sich
für Voice over IP, da es
Kostenvorteile bei den Betriebskosten verspricht und bei der
Beschleunigung von Arbeitsabläufen
behilflich ist. Telefonie wird mit dem Ziel in das eigene Netz
integrieren, eine Unified Messaging
Umgebung zu schaffen, d.h. das alle Kommunikationen (Email, Fax,
Sprachnachricht) in einem
Arbeitsmittel, z.B. Outlook, zusammenlaufen und bearbeiten lassen. Voice
over Cable Networks
(VoCable) zielt auf Privathaushalte, für die das Telefonieren einen ganz
anderen Stellenwert hat.
Das Telefon dient der Kommunikation, z.B. um sich zu verabreden und es
dient als
Notfallschnittstelle. Für den ersten Punkt ist für den Anwender die
Qualität entscheidend. Er wird
keine anderen Maßstäbe, als die des bekannten Telefonnetzes (PSTN, Public
Switched Telefone
Network) akzeptieren - keine Zeitverzögerung bis er wählen kann, kein
Rauschen während des
Gespräches. Für den Notfall ist die Verfügbarkeit das Maß aller Dinge,
wenn die Küche brennt muss
sofort die Feuerwehr gerufen werden können. Durch moderne digitale Netze
haben Endanwender einen
sehr hohen Anspruch an Verfügbarkeit und Qualität.
Nach Öffnung des Telefonmarktes in Deutschland sind die Einsparungen bei
den Telefongebühren kein
ausschlaggebendes Kriterium mehr. Unternehmen sparen vor allem durch den
Wegfall einer zweiten
Verkabelung für die Telefonie und dessen Betriebskosten. Aber was ist der
Anreiz für Privatpersonen
den Telefonanschluss an den Fernseh- oder Internetprovider zu geben? Es
kann nur funktionieren,
wenn ein Gesamtpaket aus TV, Video, Internet und Telefon günstiger als der
Einzelbezug ist. Hier
ist der entscheidende Vorteil der Kabelnetzbetreiber. Zur Zeit sind sie
die Einzigen, die ein Paket
aus allen Medien schnüren können.
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