6 Zusammenfassung
Als Zugangstechnologie besitzt CATV entscheidende Vorteile. In den meisten
Haushalten steht der
direkte Zugang zur Verfügung. Das Netz wurde allerdings für ein
Einpunkt-zu-Mehrpunkt Sendemedium
konzipiert und pauschal monatlich in Rechnung gestellt. Für die
interaktive und multimediale
Nutzung eines Kabelbreitbandnetzes sind Investitionen für die
Rückkanalfähigkeit und eine
Abrechnungsmöglichkeit pro Nutzung notwendig. Das Sicherheitsrisiko eines
Shared-Medium wurde
bereits mit der EuroDOCSIS Version 1.1 behoben, so dass jeder Teilnehmer
auch nur die für ihn
bestimmen Datenpakete erhält und lesen kann.
Entscheidender im Wettkampf um die letzte Meile sind jedoch die Inhalte,
die die jeweiligen
Anbieter bereitstellen können, um dem Benutzer einen Mehrwert zu bieten
und sich von Wettbewerbern
zu unterscheiden. So sind über xDSL auch Video auf Abruf, Software im
Mietverfahren, interaktive
Schulungsprogramme oder netzbasierte Spiele denkbar und möglich. CATV
genießt zur Zeit jedoch noch
den Vorteil, einziger Anbieter für terrestrische und digitale
Fernsehprogramme zu sein. Neben Video
und interaktiven Angeboten liegt es nach Öffnung des Telefonmarktes nahe,
ebenfalls als
Telekommunikationsanbieter für die eigenen Kunden aufzutreten. Kostenlose
Telefonate innerhalb des
Kabelnetzes sind da nur der Anfang von Marketingtools zur Gewinnung und
Bindung von Kunden.
Entscheidet sich ein Kabelnetzbetreiber dafür, neben Internetzugang, TV
und Video ebenfalls
Telefonie anzubieten, stellt er sich einer sehr großen Herausforderung.
Durch das bekannte digitale
Telefonnetz (PSTN) stellt der Kunde hohe Erwartungen an Verfügbarkeit und
Qualität des
Sprachdienstes. Zudem ist das Telefon eine lebenswichtige Einrichtung in
Notfällen, so dass nicht
nur eine Verfügbarkeit des Netzes sicherzustellen ist, sondern ebenfalls
des Telefons, z.B. bei
Stromausfall oder Brand im Haushalt.
Da sich innerhalb eines CATV Netzes überwiegend Privathaushalte befinden,
sind die Vorteile einer
Voice over IP Lösung für den Kunden auch nicht im vereinfachten Management
von Sprach- und
Datennetz, oder die Integration in die IT-Umgebung zu sehen. Die
Entscheidung für einen
Telefonanbieter ist vielmehr extrem preissensitiv und kann nur durch
Paketpreise mit anderen
Anwendungen (TV, Video, Internet) an die Haushalte gebracht werden.
Ein modernes, rückkanalfähiges CATV Netz ist jedoch für die
Sprachübertragung gerüstet. EuroDOCSIS
1.1 ist speziell für Voice over IP Lösungen mit Quality of Service (QoS)
und Sicherheitsdiensten
ausgestattet worden. Zur Reservierung von Bandbreite und QoS im EuroDOCSIS
Netz wird RSVP+
verwendet und im IP Netz DiffServ. Das Mapping zwischen den Netzen
übernimmt das CMTS (Cable Modem
Termination System) in Zusammenarbeit mit einem Gate Controller. Im
Unterschied zu herkömmlichen
Telefonnetzen, wird die für ein Telefonat benötigte Bandbreite nicht
ununterbrochen reserviert,
sondern erst bei Benutzung zugewiesen, so dass eine wesentlich effektivere
Ausnutzung der
Ressourcen möglich ist. Ein Rufaufbau findet in den drei Stufen
Autorisieren, Reservieren und
Zuweisen statt. D.h. eine Bandbreite, für die ein Benutzer autorisiert
ist, wird bei Wahl einer
Rufnummer reserviert, aber erst bei tatsächlichem Zustande kommen des
Telefonates zugewiesen. Dies
geschieht innerhalb von Bruchteilen von Sekunden zwischen Hörer abnehmen
und "Hallo" sagen.
Für alle diejenigen Kabelnetzbetreiber, die sich darauf vorbereiten
Telefonie anzubieten, bzw.
darauf hoffen dies in Zukunft zu können, müssen mit der Planung bereits
heute beginnen!
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